Archive for the ‘Life, the Universe & Everything’ Category

Wenig hilft viel? Über homöopathische Wirkstoffe und Placebos

Sunday, July 11th, 2010

Eine Nachricht geht die Tage durch alle Medien: Unsere Krankenkassen sind so gut wie Pleite. Doch Rettung naht – man will mit der Homöopathie ein Kostensegment entdeckt haben, dessen Erstattungsfähigkeit man streichen könnte, da seine Therapeutika lediglich die Wirksamkeit von Placebos erreichen.

Angenommen, Homöopathika sind tatsächlich nur Placebos (wovon ich überzeugt bin), stellt sich trotzdem die Frage des allgemeinen Placeboeinsatzes:

Inzwischen mehren sich nämlich die Hinweise, dass selbst in der konventionellen Medizin diverse Wirkstoffe (man denke nur an die Wirkstoffgruppe der SSRI) lediglich mit Placebos konkurrieren können, teilweise aber im Gegensatz zu diesen riskante Nebenwirkungen mit sich bringen. Es wäre daher nur allzu konsequent, auch diese Wirkstoffe von der Erstattungsfähigkeit durch die Gesetzliche Krankenversicherung auszuschließen. Nur: Was macht man dann, wenn die Medizin keine Alternative zu diesen Wirkstoffgruppen bieten kann?

An anderer Stelle fordert man die Senkung des Preises homöopathischer Präparate auf den von gereinigtem Wasser. Nun ist dieser Denkansatz leider etwas kurzsichtig, gerade wenn es sich um einen Placebo-Wirkmechanismus handelt: Die Wirksamkeit eines Placebos steht in direktem Zusammenhang mit seinem Preis und seiner Invasivität (Stichwort: Placebo-Operationen).

Wobei: Wenn man den Preis für die Versicherten durch Wegfall der Erstattungsfähigkeit steigert, steigt dann auch die Wirksamkeit in Folge der Erhöhung der direkten Kosten?

Impedanzwandlung

Tuesday, March 30th, 2010

Ein paar Gedanken, die mir gerade durch den Kopf gehen: Wie erklärt man erklärt man einem Blinden, wie es ist zu sehen? Einem Tauben, wie es ist zu hören? Einem abgestumpften Menschen, wie es ist zu fühlen?

Über die Nebenwirkungen starrer Prozesse

Saturday, February 27th, 2010

Prozessstandardisierung ist in aller Munde. Es gibt Unternehmen, die verdienen eine Stange Geld damit, Software zu verkaufen, deren einziger Daseinszweck es ist, Geschäftsprozesse zu standardisieren und zu optimieren. Und dann gibt es natürlich noch eine Menge anderer Unternehmen, die den Anwendern dieser Software dann erklären, wie sie diese denn nun tatsächlich zu ihrem Vorteil nutzen.

Aber was ist eigentlich “Prozessstandardisierung”?

Prozesse definieren Abläufe, klären Zuständigkeiten, so dass für vergleichbare Vorgänge nicht immer wieder das Rad neu erfunden werden muss. In gewissem Umfang ist das sicher hilfreich und ab einer gewissen Unternehmensgröße auch nötig. Aber leider verleiten, nein, erziehen diese Prozesse gar dazu, die grauen Zellen im Idle-Betrieb laufen zu lassen. Dann ist aus einem nützlichen Prozess ein starrer Prozess geworden, der jegliche Flexibilität im Keim erstickt, so dass es dann zum Problem wird, ein Paket mit einem nicht dem Prozess entsprechenden Paketdienstleister zu verschicken oder Open-Source-Software zur Produktivitätssteigerung einzusetzen (ein erlesener Teil meiner Leserschaft mag diese letzte Anspielung verstehen). Spätestens dann ist ein Prozess dysfunktional geworden und erfüllt seinen Zweck nicht mehr.

Die Lösung? Weniger Prozesse, mehr Eigenverantwortung. Menschen sind doch keine dressierten Affen (mein Dank für diesen Ausdruck geht an Wir sind Helden – ich hätte es nicht besser auf den Punkt bringen können), sondern eigenständig denkfähige (aber leider nicht immer denkende) Geschöpfe.

“Weiß ich nicht, ist mir aber auch egal”…

Sunday, November 15th, 2009

…solche, oder zumindest ähnliche, Antworten erhält man, wenn man den Durchschnittsbürger nach den Ursachen für die zunehmende Lethargie im Lande befragt.

Die Ironie, die dieser Posse innewohnt, ist zwar durchaus beabsichtigt, schmälert die Bedeutung des Problems aber in keiner Weise.

Was ist es denn, das Menschen das Interesse und den Spaß an der Neugier verlieren lässt? (more…)